Anhovo
In unserer weiteren Umgebung findet man kaum einen Ort, an dem sich die einst magische Verheißung von Industrialisierung und Fortschritt so schmerzhaft ins Gegenteil verkehrt hat. Was einst mit Hoffnung Arbeit und Brot brachte, entpuppte sich später als Gift. Schon eine einzige Faser reicht aus, um einen Menschen krank zu machen. Asbest hat viele Leben gefordert und nimmt sie, Jahrzehnte nach seinem Verbot, weiterhin.
Doch die tragische Geschichte von Anhovo endet nicht mit der Produktion von Asbestzement. In den 1990er-Jahren wurde diese durch die Produktion von Styrol ersetzt, das ebenfalls krebserregend ist. Bald folgten die Mitverbrennung giftiger Abfälle, der massive Abbau von Rohstoffen im lokalen Steinbruch sowie ein unreguliertes Wassersystem, in das kürzlich mit Schwermetallen belastetes Wasser eingedrungen ist.
Doch Anhovo ist nicht nur eine Geschichte von Umweltzerstörung und der Dominanz des Kapitals über die Gesundheit der Menschen. Es ist auch eine Geschichte von Widerstand, Mut, Ausdauer, Solidarität und Beharrlichkeit.
Wir danken dem Verein EKO Anhovo und Soča-Tal, Bogomir und Slavka Bavdaž, Helena Markič, Dr. Metoda Dodič Fikfak, Milovan Berto, Lilijana Pulec, Branko Skok, Dr. Nevenka Mlinar, Dr. Nada Merljak, Zlatko Kumar, Anja Medved, Sabina Maver, Mojca Dumančič sowie allen, die ihre Geschichten mit uns geteilt haben.