55. člen
Kooperationspartner der Inszenierung ist RTV Slowenien.
Die Inszenierung Artikel 55 führt in die 1980er- und frühen 1990er-Jahre zurück. Sie rekonstruiert eine Zeit, in der sich das sozialistische System seinem Ende näherte, nationalistische Tendenzen in der Region zunahmen und gleichzeitig neue soziale Bewegungen sowie der Feminismus die Gesellschaft stark prägten. Als sozialistische Republik hatte Slowenien bereits 1974 in seiner Verfassung das Recht auf Selbstbestimmung bei der Geburt von Kindern verankert. Im Zuge der Unabhängigkeit wurde dieses Recht jedoch erneut in Frage gestellt. Bei der Ausarbeitung der neuen Verfassung sorgte vor allem der Artikel zu den reproduktiven Rechten von Frauen für heftige Debatten. Einige schlugen vor, ihn einfach zu streichen. Frauen- und feministische Gruppen widersetzten sich entschieden und bestanden darauf, dass diese Rechte in der Verfassung verankert bleiben müssen.
Die Inszenierung basiert auf Archivmaterial, zeitgenössischen Aufzeichnungen und Gesprächen mit Beteiligten dieses Kampfes. Sie beleuchtet eine Geschichte von Verbundenheit, Unterstützung und Solidarität, durch die das Recht auf Selbstbestimmung in Slowenien heute verfassungsrechtlich geschützt ist.