Stuttgarter Kammerorchester
Das 4. Konzert des Orchesterzyklus 2026/2027 bringt einen Auftritt des Stuttgarter Kammerorchesters unter der Leitung von Thomas Zehetmair mit der Trompeterin Lucienne Renaudin Vary, der Sopranistin Mojca Bitenc und dem Schauspieler Aleš Valič. Der Abend steht ganz im Zeichen einer Hommage an Beethoven und Goethe mit der Aufführung der Bühnenmusik zu der Tragödie Egmont, ergänzt durch die Interpretation ausgewählter Texte.
4. Konzert des Orchesterzyklus 2026/2027
STUTTGARTER KAMMERORCHESTER
Thomas Zehetmair, Dirigent
Lucienne Renaudin Vary, Trompete
Mojca Bitenc, Sopran
Aleš Valič, Sprecher
Felix Mendelssohn Bartholdy: Die Hebriden, Ouvertüre op. 26
Joseph Haydn: Trompetenkonzert in Es-Dur, Hob. VIIe/1
Ludwig van Beethoven: Bühnenmusik zu Goethes Tragödie Egmont, op. 84
Zum Jahrestag von Beethovens Tod (März 1827) würdigen wir eine der großen geistigen Verbindungen der Kunstgeschichte – jene zwischen Ludwig van Beethoven und Johann Wolfgang von Goethe. Beethoven verehrte Goethe zutiefst und vertonte dessen Texte mit großer Inspiration. Seine Hingabe zeigt sich bereits darin, dass er für die Musik zu Egmont keine Bezahlung verlangte, sondern sie „aus Liebe zu den Werken des Dichters“ schrieb.
Heute wird auf Konzertbühnen meist nur die berühmte Ouvertüre aus Egmont gespielt. Aus Anlass des Jubiläums möchten wir dies korrigieren und die vollständige Bühnenmusik zu Goethes Werk aufführen, das Beethovens schöpferischen Geist entscheidend inspirierte. Ergänzt wird die Aufführung durch sorgfältig ausgewählte Passagen des Originaltexts in einer neuen Übersetzung, eigens für diese Produktion vorbereitet und interpretiert von Aleš Valič, Ensemblemitglied des Schauspielhauses Ljubljana. Zudem freuen wir uns auf den Auftritt der Sopranistin Mojca Bitenc, einer der führenden slowenischen Sängerinnen der jüngeren Generation.
Der erste Teil des Konzertabends bietet Einblicke in aktuelle Höhepunkte der internationalen Klassikszene. Gemeinsam mit dem herausragenden Stuttgarter Kammerorchester tritt die französische Trompetistin Lucienne Renaudin Vary auf, die 2025 mit dem Opus Klassik als Instrumentalistin des Jahres ausgezeichnet wurde.
Hommage an Beethoven: Goethes und Beethovens Egmont
Mojca Kranjc
Der historische Graf Lamoral von Egmont war Mitte des 16. Jahrhunderts General und einer der einflussreichsten Staatsmänner der Spanischen Niederlande. Obwohl er seinem Herrscher Philipp II. treu ergeben war, widersetzte er sich der Inquisition und dem Entzug der Rechte der niederländischen Stände. Wegen Hochverrats angeklagt, wurde er in einem umstrittenen Prozess zum Tode verurteilt und enthauptet. Seine Hinrichtung wurde zu einem der Auslöser des Achtzigjährigen Krieges, der zur Unabhängigkeit der Niederlande führte.
Mehr als zweihundert Jahre später inspirierte Egmonts Lebensweg Goethe, insbesondere dessen Entscheidung, trotz Warnungen nicht zu fliehen, sondern an Gerechtigkeit und friedliche Konfliktlösung zu glauben. Goethe sah in ihm das heroische Bild eines edlen Menschen, der bereit ist, sich für die Freiheit seines Volkes zu opfern.
Goethe selbst hatte bereits musikalische Begleitung für das Drama vorgesehen. Über zwanzig Jahre später erhielt Beethoven vom Wiener Burgtheater den Auftrag, die Bühnenmusik dazu zu komponieren. Er nahm begeistert an, da Goethes Gedankenwelt eng mit seinen eigenen politischen Überzeugungen verbunden war.
In Slowenien wurde Egmont bislang zweimal aufgeführt, beide Male im Schauspielhaus Ljubljana. Die Inszenierung von 1950 unter der Regie von Dr. Branko Gavella verwendete Beethovens Musik in einer Live-Aufführung durch die Slowenische Philharmonie unter Jakov Cipci.
Für die aktuelle Aufführung wurde ein verbindender Text verwendet, den Tilmann Böttcher und der Schauspieler Matthias Brandt 2019 für das Beethoven Orchester Bonn erstellt haben. Anders als andere Bearbeitungen besteht diese Fassung ausschließlich aus Zitaten aus Goethes Drama, dramaturgisch gekürzt und so arrangiert, dass auch Zuhörer:innen ohne Vorkenntnisse der Handlung problemlos folgen können.
Eintrittskarten:
Regulärer Preis: 29 €
Rentner:innen und Menschen mit Behinderung: 21 €
Studierende und Schüler:innen: 7 €
Familienkarte: 26 € (Erwachsene), 7 € (Kind)