Mariborer Geschichten: Kontaktlos gegen die Pest erzählt von einer schweren Zeit in der Stadtgeschichte. Im Jahr 1680 starben bis zum Jahresende 483 der rund 1.400 Mariborer Bürger an der Pest. Menschen schlossen sich in ihren Häusern ein oder flohen aus der Stadt. Die Toten wurden nachts fortgebracht und ohne übliche Trauerfeiern in gemeinsamen Pestgruben bestattet.
Im Mittelpunkt steht ein Haus in der Koroška cesta 24, in dem der Bäcker Murmann lebte. Der örtlichen Überlieferung zufolge erkrankte dort niemand. Seine Frau soll Brot durch ein Fenster auf einer langstieligen Eisenschaufel ausgegeben haben. Das Geld mussten die Kunden in ein Gefäß mit Essig legen. So ließ sich der unmittelbare Kontakt beim Verkauf vermeiden.
Die Erzählung gehört zur Reihe Mariborer Geschichten, die historische Ereignisse und lokale Überlieferungen verbindet. Die Geschichte des Bäckers zeigt, wie die Menschen während der Epidemie versuchten, ihren Alltag aufrechtzuerhalten und sich vor Ansteckung zu schützen.