Mariborer Geschichten: Ikebana erzählt von einer dunkleren Seite der Stadtgeschichte, verbunden mit dem ehemaligen Café Drava in der Taborska ulica 9, nahe der Alten Brücke. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte das Lokal einen zweifelhaften Ruf und beschäftigte junge Tänzerinnen und Sängerinnen. Die Geschichte erklärt auch den Ausdruck steirische Ikebana. Anders als die japanische Blumensteckkunst bezeichnete er einen gewaltsamen Streit, bei dem ein Messer eingesetzt wurde.
Der Ausdruck fand auch Eingang in die slowenische Rockmusik. Die Mariborer Band Lačni Franz verwendete ihn im Lied Ikebana, in dem Bobi Likar und die Adresse Taborska ulica 9 vorkommen. So blieb das ehemalige Lokal auch in der Musikgeschichte der Stadt erhalten.
Nach seiner Schließung verfiel das Gebäude über viele Jahre und bot zeitweise Obdachlosen Unterkunft. Am 14. Februar 2013, dem Valentinstag, stürzte es unter der Schneelast und infolge seines schlechten Zustands ein. Das Haus existiert nicht mehr, doch die Geschichte lebt im Lied und in lokalen Erinnerungen weiter. Sie gehört zur Reihe Mariborer Geschichten über weniger bekannte Seiten der Stadt.